Donnerstag, 19. Oktober 2017

Dies und Das über die Lotosblume

"Die Lotosblume blühet
  So einsam auf dem See;
In stiller Sehnsucht siehet
  Verlangend sie zur Höh.
Des Ufers Schatten ruhten,
  Ach lange schon so kalt,
Rings auf den tiefen Fluthen,
  Die sie so kühl umwallt.
Nun möchte sie gar balde
  Den Strahl der Sonne sehn,
Vor dem zum dunklen Walde
  Die finstern Schatten gehn.
Und sinnend durch die Fluthen
  Fahr ich mit meinem Kahn;
Es hats mit ihren Gluthen
  Die Lieb' mir angethan.
Ich bin mit meinem Leide
  So einsam und allein,
Und möcht an ihrer Seite
  Doch gerne glücklich sein.
Und doch in ihren Blicken,
  Die nimmer mich verstehn,
Will es mir niemals glücken,
  Der Liebe Strahl zu sehn."
(Karl May) 

Was wir brauchen um frei zu sein,
ist die Liebe, die die Kraft hat,
die Last der Welt freudig zu tragen.
(Rabindranath Tagore)

Mit diesem wunderschönen Gedicht vrabschide ich mich ins Wochenende. Habt es fein. Ich werde die Pause dazu verwenden, eine große Blogrunde zu machen.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Dies und Das über den Kaffee

Über den Genuss von Kaffee streiten sich die Geister - und das schon sehr lange. Die Einen verteufeln ihn, die Anderen mögen ohne das belebende Getränk nicht sein.
In Asien, wo weniger Kaffee getrunken wird, gibt es die meisten Leberkrebs-Erkrankungen. In Amerika werden jährlich nur etwa 18.500 Leberkrebs-Erkrankungen diagnostiziert. Diese Zahlen bedeuten nicht notwendigerweise, dass eine Tasse Kaffee uns vor Leberkrebs  schützen kann. Aber ein Zusammenhang könnte ja doch bestehen.
Es gibt eine Studie aus dem Jahr 2005 von der Tohoku University in Japan. In ihr werden Daten aus zwei großen Studien vereint, in denen der Kaffeeverzehr von über 60.000 Menschen untersucht wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass Menschen, die gelegentlich Kaffee trinken, ein um 30 % geringeres Leberkrebs-Risiko haben. Das Risiko war noch geringer für diejenigen, die jeden Tag Kaffee tranken. Die Wissenschaftler bestätigten, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und einem niedrigen Leberkrebs-Risiko gibt.



Doch nun wieder zurück ins Jahr 2008. Vor einiger Zeit erschien eine Studie aus Mailand, in der die Forscher feststellten, dass Koffein und andere Stoffe des Kaffees positive Wirkungen auf die Leberenzyme haben und eine Rolle bei der Entgiftung von Karzinomen spielen.
Die Forscher erstellten eine Meta-Studie aus 10 Studien, die sich mit dem Kaffee befassten. Mehr als 2.200 Patienten, die unter einem sogenannten Hepatozellulärem Karzinom (HCC), einem speziellen Leberkrebs, litten, nahmen ebenfalls an diesen Studien teil. Die Daten ergaben Folgendes:
Diejenigen, die den meisten Kaffee am Tag tranken, reduzierten ihr Risiko für HHC um 55%.
Menschen, die ab und zu mal Kaffee tranken, hatten ein um 30% reduziertes Risiko.
Wer nur eine Tasse mehr trank als er bisher immer getrunken hatte, reduzierte sein HCC-Risiko um mehr als 20%.

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Ich muss zugeben, dass ich an diesen, aber auch anderen Kaffee-Studien frustrierend finde, dass nirgendwo mit in Betracht gezogen wird, wie der Kaffee zubereitet wird. Kann ein stark gerösteter Kaffee das Risiko stärker senken als eine milde Sorte? Noch besser wäre ein Vergleich von schwarzem Kaffee mit Milch und Zucker.
Es ist noch ein weiter Weg bis wir wissen, wie sich Kaffee genau auf die Gesundheit auswirkt. Wenn man in der Zwischenzeit Leberprobleme bekommt, sollte man auf jeden Fall den Arzt aufsuchen anstatt einfach nur den Kaffeekonsum zu erhöhen.



Die beste Methode, das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken. Und wenn man keinen haben kann, so soll man versuchen, so heiter und gelassen zu sein, als hätte man guten Kaffee getrunken.

Jonathan Swift (1667 - 1745)

Dienstag, 17. Oktober 2017

Dies und Das über den Feuersalamander

Die Situation ist alarmierend: In den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland hat ein invasiver asiatischer Pilz in letzter Zeit zu einem Massensterben der Feuersalamander geführt. Nur kleine Bestände der schwarzgelben Amphibien überlebten die Invasion durch Batrachochytrium salamandrivorans - den "Salamanderfresser". Der aggressive Pilz, der vermutlich über den Handel mit Amphibien nach Europa gelangte, befällt die Haut der Tiere, es bilden sich Hautnekrosen, es folgt der Tod.
Die Sterberate ist extrem hoch, wie Forscher in der Schweiz mit ihren Studien belegen. Die Daten belegen, dass nur 13% der erkrankten Tiere einen Zeitraum von zehn Tagen überleben. Damit aber nicht genug, die Zahlen zeigen ebenfalls, dass sich im gleichen Zeitraum ein Drittel der gesunden Salamander mit der Pilzkrankheit anstecken. So erstaunt es nicht, dass eine befallene Population in wenigen Wochen um mehr als 90 Prozent geschrumpft und dann erloschen ist.
 
Infektionsexperimente zeigen, dass Salamander keine Resistenz gegen den Krankheitserreger aufbauen können. Zudem reicht bereits der Kontakt mit wenigen Pilzsporen für eine Ansteckung, die immer tödlich endet. Der Pilz verfügt außerdem über resistente Sporen, die sehr witterungsbeständig sind und lange in der Umwelt überdauern können.

Andere Amphibienarten     - wie etwa der Bergmolch -  reagieren weniger empfindlich. Doch was Glück für den Bergmolch ist, birgt eine weitere Gefahr. Robustere Arten können als Reservoire wirken. So bleibt der Pilz erhalten, auch wenn empfindliche Tiere wie der Feuersalamander schon lange weggestorben sind. Alle diese Faktoren machen es nahezu unmöglich, eine Salamander-Population im natürlichen Umfeld zu retten, wenn sie einmal befallen ist. Auch eine Wiederansiedlung wäre wenig erfolgversprechend, da die Sporen lange in der Natur überdauern können.

Breitet sich der Pilz in Europa weiter aus, wird er zu einer Gefahr für die Diversität der europäischen Salamander. Viele von ihnen sind bereits gefährdet und stehen in vielen Ländern auf der Roten Liste.
Da die Pilzkrankheit erst auf ein kleines Gebiet beschränkt ist, versucht man, ihre Ausbreitung zu verhindern. Die Europäische Union hat ein Forschungsprojekt lanciert, um wissenschaftliche Grundlagen für die Bekämpfung des  "Salamanderfressers" zu schaffen.
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Es war ein interessanter Nachmittag, bei meinem bekannten Förster i.R. Hier wird es nie langweilig.
Dem Feuersalamander bekommt die Globalisierung offenbar nicht.


Leicht zu leben ohne Leichtsinn,
heiter zu sein ohne Ausgelassenheit,
Mut zu haben ohne Übermut:
das ist die Kunst der Lebens.
(Theodor Fontane)
   

Montag, 16. Oktober 2017

Dies und Das und Allerlei

Wie entstand der Begriff  "Bonbon"?
Schon im 7. Jahrhundert stellen Araber Süßigkeiten aus Fruchtsaft und Zucker her. Ihre heutige Bezeichnung soll die Leckerei aber erst 1572 bei der Hochzeit des späteren französischen Königs Henri IV. erhalten haben. Er ließ aus diesem Anlass verschiedene Zuckerwaren an Kinder verteilen. Viele von Ihnen riefen daraufhin gleich zweimal "bon" - zu Deutsch "gut". Daraus wurde das auch bei uns beliebte Bonbon.

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Wer servierte den ersten Cheeseburger?
Der Teenager Lionel Sternberger soll etwas 1925 im Restaurant seines Vaters in Pasadena/Kalifornien erstmals einen Hamburger mit einer Scheiben Käse belegt haben. Allerdings ist sein  "Urheberrecht"  nicht hundertprozentig geklärt. Die Amerikaner feiern den 18. September übrigens als Tag des Cheeseburgers.

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Wer hat den Einkaufswagen erfunden?
1937 kam der Amerikaner Sylvan Goldman auf die Idee, Einkaufswagen für die Kunden seines Supermarktes in Oklahoma City zur Verfügung zu stellen. Elf Jahre später wurden die fahrbaren Transportmittel auch in Deutschland genutzt.

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In welcher  Stadt war die erste Berufsfeuerwehr im Einsatz?
Schon im antiken Rom kam es häufig zu Stadtbränden. Private Löschtrupps bekämpften dort schon im 1.  Jahrhundert v.C. Brände. Die vermutlich erste Berufsfeuerwehr der Welt wurde aber erst 1686 in der österreichischen Hauptstadt Wien gegründet. 1799 nahm die erste freiweillige Feuerwehr Deutschlands in Alzey/Rheinland-Pfalz ihren Dienst auf. Mittlerweile sorgen hierzulande rund 24000 freiwillige Feuerwehren für den Brandschutz und übernehmen darüber hinaus Aufgaben im Rettungswesen.


Weshalb haben dir Elefanten Falten?
Die in Afrika und Asien lebenden Riesen müssen oft hohe Temperaturen aushalten. Die Falten auf der empfindlichen Haut erfüllen dabei eine wichtige Funktion: Dort hält sich Feuchtigkeit länger und kann nicht sofort verdunsten. Um die Haut zu kühlen und vor Parasiten zu schützen, suhlen sich die Elefanten deshalb auch gern im Schlamm.

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Ich wünsche meinen lieben Leserinnen und Lesern einen sonnigen Wochenanfang.


Mit Kummer kann man allein fertig werden,
aber um sich aus vollem Herzen freuen zu können,
muss man die Freude teilen.
(Mark Twain)


Freitag, 13. Oktober 2017

Dies und Das über Aloe

Zauberpflanze oder Humbug? Das ist die Frage!

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Sie ist ein kleiner Tausendsassa. Aloe vera taucht in Cremes und Gels auf,  existiert als Saft oder in Kapselform. Ihre Kraft fürs Abwehrsystem wird ebenso gepriesen wie ihre positive Wirkung auf die Haut. Doch was stimmt davon tatsächlich?
Die Aloe vera zählt zu den Sukkulenten und speichert viel Wasser. Aus ihrem Inneren wird das Aloe-GEW gewonnen, eine durchsichtige Masse. Aus den äußeren Blattteilen  kommt dagegen das bitter schmeckende gelbe Aloe-Latex, auch Aloe-Saft genannt.
Gel und Latex werden zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Aloe-Saft z.B. als Abführmittel. Allerdings sollte das laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nur kurzfristig geschehen, da es nicht ganz ohne Nebenwirkungen ist. Aufgrund der Nebenwirkungen  ist der Saft mittlerweile durch weniger riskante Substanzen vom Markt verdrängt worden.
Widersprüchlich ist die Wirkung bei einem Sonnenbrand. Hier soll Aloe-vera-Gel seine ganze Kraft entfalten. Aber Hautirritationen werden nicht deutlich gemildert. Also: Aloe-vera ist einer normalen Öl-in-Wasser-Creme nicht überlegen.
Die Verbraucherzentrale  hat Aloe vera als Nahrungsergänzungsmittel unter die Lupe genommen. Es soll den Körper entgiften, das Immunsystem stärken und für Wohlbefinden sorgen. Aloe vera wird in Kapseln, als Saft oder Gel angeboten. Enthalten sind Schleimstoffe aus Kohlehydraten, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Der größte Teil, etwa 99 Prozent des Gels, besteht aber aus Wasser. Das nüchterne Urteil der Verbraucherzentrale: "Viele dieser Stoffe sind auch in heimischem Obst und Gemüse enthalten." Diesen Tipp würde auch Prof. Uehleke Verbrauchern geben. Wer Obst und Gemüse der Saison isst, muss nicht auf Aloe vera setzen.
Quelle: Vortrag

Wie verschieden auch die Schicksale scheinen,
es waltet doch eine gewisse Ausgleichung
zwischen Glück und Unglück.
(La Rochefoucauld)

Ich wünsche meinen lieben Leserinnen und Lesern ein sonniges Herbstwochenende. Alle warten doch auf den  "Goldenen Oktober". Ober er noch kommt? Hoffen wir es.


Jetzt ist es Herbst,
die Welt ward weit,
die Berge öffnen ihre Arme
und reichen dir Unendlichkeit.

Kein Wunsch, kein Wuchs ist mehr im Laub,
die Bäume sehen in den Staub,
sie lauschen auf den Schritt der Zeit.
Jetzt ist es Herbst,
das Herz ward weit.

Das Herz, das viel gewandert ist,
das sich verjüngt mit Lust und List,
das Herz muss gleich den Bäumen lauschen
und Blicke mit dem Staube tauschen.
Es hat geküsst, ahnt seine Frist,
das Laub fällt hin, das Herz vergisst.

Max Dauthendey



Montag, 9. Oktober 2017

Das ist gesund und wächst in deutschen Landen

Alle Kohlarten sind supergesund und gehören einfach auf den Teller.

Grünkohl
Das Aufsehen um den krausen Grünkohl ist durchaus berechtigt. Kaum ein Gemüse hat so hohe Gehalte an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und bioaktiven Substanzen in einer ausgewogenen Zusammensetzung wie Grünkohl. Das gilt jedoch nur für frischen Kohl. Je mehr der Kohl verarbeitet wird, desto weniger der Stoffe aus dem ursprünglichen Produkt sind noch enthalten.

Blumenkohl
Anders als andere Kohlsorten, die ja durchaus blähend sein können, gilt Blumenkohl als bekömmlich. Er enthält die Vitamine  C, B und K, Eisen und vor allem Kalium. Eisen ist vor allem für den Sauerstofftransport und die Blutbildung wichtig. Vitamin C spielt im Immunsystem eine wichtige Rolle. Und Vitamin K hemmt bei Frauen nach den Wechseljahren den Knochenabbau.

Brokkoli
Die grünen Röschen des Brokkoli enthalten neben Vitamin C, B-Vitaminen und Kalium auch Folsäure. Sie ist z.B. wichtig für die Neubildung von Zellen und den Nervenstoffwechsel. Außerdem ist er reich an Glucosinolaten. Einige dieser Stoffe haben vermutlich eine krebsvorbeugende Wirkung.

Chinakohl
Wie der Name vermuten lässt, stammt der Chinakohl aus dem Reich der Mitte. In Europa ist jedoch Deutschland der führende Produzent dieser Kohlart, so dass er fast rund ums Jahr regional erhältlich ist. Chinakohl enthält wertvolle Aminosäuren, B-Vitamine, Vitamin C und Glucosinolate.

Rosenkohl
Man mag es kaum glauben, aber Rosenkohl, auch Brüsseler Kohl genannt, enthält mit 100 Milligramm pro 100 Gramm doppelt so viel Vitamin C  wie Zitronen oder Orangen. Sein hoher Kaliumgehalt entwässert den Organismus. Außerdem enthält Rosenkohl viele Ballaststoffe, also unverdauliche Pflanzenstoffe, die unter anderem die Darmfunktion anregen und lange satt machen.

Kohlrabi
Die knackigen Knollen haben ein leicht süßliches bis nussiges Aroma  und enthalten unter anderem Glucosinolate, Vitamin C und K, Folsäure sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Magnesium. Kalzium ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zähne und Knochen. Magnesium ist unter anderem wichtig für Muskeln und Herz, aber auch die Nerven. Neben der Knolle sind auch die Kohlrabi-Blätter sehr nährstoffreich.

Rotkohl
Er ist zwar sehr beliebt als Beilage zu Fleischgerichten im Winter, allerdings ein eher durchschnittlicher Vitamin-Lieferant. Der sekundäre Pflanzenstoff Anthocyan verleiht dem Kohl seine charakteristische tiefdunkelrote Farbe und schützt den Körper vor schädlichen Sauerstoffradikalen.

Weißkohl
Er gilt als typisch deutsches Gemüse, da aus ihm Sauerkraut hergestellt wird. Er bietet Vitamine und Mineralstoffe und wirkt verdauungsfördernd. Sauerkraut enthält viel Vitamin C und ist mit 18 Kilokalorien pro 100 Gramm sehr kalorienarm. Empfindliche Menschen können die blähende  Wirkung vermeiden, indem sie den Kohl kurz in Salzwasser kochen, das Kochwasser wegschütten und mit frischem Wasser gar kochen.

Wirsing
Er liefert dem Körper vor allem Glucosinolate. Außerdem enthält er dreimal so viel Folsäure wie die anderen Kopfkohlarten. Ansonsten ist der Nährstoffgehalt des Wirsings mit dem von Weißkohl vergleichbar.
(Quelle: NABU)



Ich freue sehr, dass ich

Ela

auf meinem Blog begrüßen darf. Nimm Platz und fühle dich wohl hier.



Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut

Der Tisch war gedeckt. Hier fand ich
die altgermanische Küche.
Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut,
holdselig sind deine Gerüche.
Gestovte Kastanien im grünen Kohl,
so aß ich einst bei der Mutter!
Ihr heimischen Stockfische, seid mir gegrüßt,
wie schwimmt ihr klug in der Butter.
Jedwedem fühlenden Herz bleibt
das Vaterland ewig teuer.
Ich liebe auch recht braun geschmort
die Bücklinge und Eier.
Wie jauchzen die Würste in spritzendem Fett!
Die Krammtesvögel, die frommen
Englein mit Apfelmus,
die zwitschern mir: "Willkommen!"



Samstag, 7. Oktober 2017

Zwei Konfessionen unter einem Dach



Die Stiftskirche St. Juliana am Mosbacher Martplatz ist ein Wahrzeichen der Stadt. Evangelische und katholische Christen in einer Kirche. Die Mosbacher Stiftskirche ist die einzige Simultankirche Badens. Das Gotteshaus wurde durch die Reformation in der Kurpfalz seiner Funktion als katholische Stiftskirche enthoben und durch einen  "Mauerbau"  in ihre heutige Form gebracht.

Die Katholiken nutzen den ehemaligen Chorraum und die Protestanten das Langhaus. Wunderschöne
gotische Fresken schmücken die elegante Halle. Und doch stimmt etwas nicht mit dieser Kirche. Wegen der raumhohen Mauer, die seit mehr als 300 Jahren das Langhaus vom Chor trennt. Im Osten beten die Katholiken, im Westen die Protestanten. Im 17, Jahrhundert gab es rund 180 solch zerteilter Gotteshäuser in Baden. Heute ist die Mobacher Stiftskirche das einziger seiner Art.

Ein Blick in den evangelischen Teil der Kirche


Die Stiftskirche wird ihre Scheidemauer behalten. Für immer. Als ein Stück Geschichte zum Anfassen. Aber direkt hinter dem evangelischen Altar gibt es seit einiger Zeit eine  "Ökumenetür",
die hinüberführt nach St.  Juliana. Am  27, Juli 2008 hat sich diese Tür in die Zukunft zum ersten Mal geöffnet.


Die wandelnde Glocke

Es war ein Kind, das wollte nie
Zur Kirche sich bequemen,
Und Sonntags fand es stets ein Wie,
Den Weg ins Feld zu nehmen.
Die Mutter sprach: »Die Glocke tönt,
Und so ist dir's befohlen,
Und hast du dich nicht hingewöhnt,
Sie kommt und wird dich holen.«
Das Kind, es denkt: Die Glocke hängt
Da droben auf dem Stuhle.
Schon hat's den Weg ins Feld gelenkt,
Als lief' es aus der Schule.
Die Glocke, Glocke tönt nicht mehr,
Die Mutter hat gefackelt.
Doch welch ein Schrecken! Hinterher
Die Glocke kommt gewackelt.
Sie wackelt schnell, man glaubt es kaum;
Das arme Kind im Schrecken,
Es läuft, es kommt als wie im Traum:
Die Glocke wird es decken.
Doch nimmt es richtig seinen Husch,
Und mit gewandter Schnelle
Eilt es durch Anger, Feld und Busch
Zur Kirche, zur Kapelle.

Und jeden Sonn- und Feiertag
Gedenkt es an den Schaden,
Läßt durch den ersten Glockenschlag,
Nicht in Person sich laden.
(J.W.v.Goethe)





Ich möchte mich in das Wochenende verabschieden. Vielleicht habe ich zu einem Kirchgang inspiriert. Das wäre schön.